„Denn die Seele weint, wie der Geist spricht oder die Stimme singt.“
Musik von Dowland, Byrd, Praetorius, Verdelot, Vásquez, u.a.
„Kann man eine Geschichte der Tränen schreiben? Die Träne sagt genau das, was nicht erzählt werden kann, was nicht mehr erzählt werden kann, was noch nicht gesagt werden kann. In einer stillen Eloquenz sagt sie sich, indem sie sich zurückzieht, indem sie fließt. Echte Tränen lassen sich nicht erklären, unser Urteil muss unter ihrem Gewicht nachgeben. Sie offenbaren uns, was der Mensch verschweigt, und geben der Stille ihre Redezeit.“
Inspiriert von der Arbeit des Kunsthistorikers Jean-Loup Charvet, ist das Konzert eine musikalische Betrachtung dieser „Passion der Seele“, die die Träne ist. Das Programm dreht sich um den roten Faden von John Dowlands (1563–1626) Lachrimae. In seiner Widmung weist Dowland darauf hin, dass es verschiedene Arten von Tränen gibt. Ausgehend von dieser Idee präsentiert das Konzert eine facettenreiche „Deklination der Träne“ anhand der Musik so unterschiedlicher Komponisten wie Byrd, Praetorius, Verdelot, Tromboncino, Vásquez, Schubert…